Mittwochs keine Autos: Bingen testet autofreien Tag | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Die Gemeinde Bingen führt mittwochs einen autofreien Tag ein, um alternative Mobilität zu fördern und den Verkehr zu reduzieren.

Mittwochs keine Autos: Bingen testet autofreien Tag

Die Gemeinde Bingen informiert über die Einführung eines außergewöhnlichen verkehrsberuhigenden Maßnahmenpakets. Ab dem kommenden Monat wird mittwochs ein sogenannter „Ruhetag für Autos“ eingeführt. An diesen Tagen ist die Nutzung von Kraftfahrzeugen auf allen Gemeindestraßen grundsätzlich nicht gestattet – unabhängig davon, ob das Fahrzeug tatsächlich müde wirkt.

Hintergrund der Maßnahme sind unter anderem die in den vergangenen Monaten deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise sowie die daraus resultierenden Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Die Gemeinde sieht hierin eine Gelegenheit, alternative Fortbewegungsformen gezielt zu stärken – insbesondere solche, die von Schuhen, Rollbrettern oder fliegenden Teppichen abhängen.

„Wir möchten nicht nur den Verkehr reduzieren, sondern auch unseren Fahrzeugen bewusst eine regelmäßige Erholungsphase ermöglichen“, heißt es aus dem Rathaus. Studien würden darauf hindeuten, dass eine temporäre Nichtnutzung zu einer „subjektiv wahrgenommenen Verlängerung der Fahrzeuglebensdauer“ beitragen könne. Fahrzeuge, die nachweislich meditieren, erhalten sogar eine Bonusruhezeit.

Das Verbot gilt ausdrücklich für sämtliche motorisierten Fahrzeuge, unabhängig von deren Antriebsart. Somit sind neben klassischen Verbrennerfahrzeugen auch Elektroautos, ferngesteuerte Spielzeugautos und selbstfahrende Mini-Roboter betroffen. Eine Ausnahme für besonders leise oder charmante Fahrzeuge sei bewusst nicht vorgesehen, um „Neiddebatten innerhalb der Fahrzeughaltergemeinschaft“ zu vermeiden.

Zur Unterstützung der Maßnahme plant die Gemeinde begleitende Angebote. So sollen an den Mittwochen vermehrt Sitzgelegenheiten im Ortsgebiet aufgestellt werden, um spontane Pausen zu fördern. Außerdem wird überlegt, ob sogenannte „Begegnungszonen“ eingerichtet werden können, in denen Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich zum Verweilen, Plaudern und eventuell zum gemeinsamen Yoga mit ihren Autos eingeladen sind.

Für dringende Fahrten wird empfohlen, diese auf die übrigen Wochentage zu verlegen oder alternative Transportmittel wie Fahrräder, Bollerwagen, gut eingelaufene Schuhe oder Propellerhüte zu nutzen.

Die Einhaltung der Regelung wird stichprobenartig kontrolliert. Fahrzeuge, die dennoch im Ortsgebiet bewegt werden, müssen im Wiederholungsfall mit einer verpflichtenden „Standzeitverlängerung“ auf öffentlichen Parkflächen rechnen – inklusive optionaler Kurse zum Thema „Zen für Fahrzeuge“.

Die Gemeinde weist darauf hin, dass es sich zunächst um eine Testphase handelt. Eine Ausweitung auf weitere Wochentage – insbesondere auf den erfahrungsgemäß ruhigen Sonntag oder den international anerkannten „Tag des Nickerchens“ – wird derzeit nicht ausgeschlossen.

(Diese Mitteilung steht im Zusammenhang mit dem 1. April.)